Grußworte

 

Liebe Alt- und Neu-Hastedterinnen und Hastedter,

 

zum dritten Mal feiern wir nun schon dieses schöne Sommerfest auf dem Schosterboorn und ich freue mich, auch in diesem Jahr als Bremens Bürgermeisterin und als Hastedter Bürgerin dabei zu sein!

 

Dass ich diesen Ortsteil gerne mag und hier sehr gerne wohne, ist kein Geheimnis. Aber ich wiederhole es auch gerne noch mal: in den Hastedter Nachbarschaften lässt es sich sehr gut leben, dieses Quartier ist vielfältig in vielerlei Hinsicht!

 

Beim Sommerfest in diesem Jahr soll es einen neuen Stand geben, an dem es heißt "Erzähl doch mal von früher!" Das finde ich eine sehr gute Idee, denn Vielfalt zeigt sich nicht nur in Hautfarbe und Herkunft, Sprache, Geschlecht oder Religion, sondern auch in den verschiedenen Altersstufen. Und so wichtig, wie es mir ist, dass wir allen unseren Kindern ein gutes Aufwachsen mit Platz zum Spielen und Lernen ermöglichen. So wichtig ist es mir auch, dass die Jüngeren den Älteren zuhören und so mehr über ihre eigene Geschichte erfahren. Oder über die Geschichte des Ortes, an dem sie jetzt leben.

 

Zum Sommerfest tragen die Organisatorinnen und Organisatoren Fotos zum Wiedererkennen und Bücher zum Schmökern zusammen und wollen den Dialog zwischen den Generationen fördern.

 

Als ich mir Gedanken darüber gemacht habe, was ich denn dieses Mal zum Sommerfest sagen könnte, habe ich mal im Internet nach der Geschichte Hastedts geguckt: Wussten Sie, dass Hastedt zuerst 1226 als „Herstede“ urkundlich erwähnt wurde? Der Name „Herstede“ ist wahrscheinlich auf den Begriff „Heeresstätte“ zurückzuführen. Zumindest sagt das Internet das.

 

Kriegerische Heere, die Bremen damals belagert haben, fanden hier – vor den Toren Bremens – wohl einen günstigen Ort, um ihr Quartier aufzuschlagen und sich von den Bauern versorgen zu lassen. Die waren nämlich außerhalb der Stadttore Bremens ziemlich schutzlos. Und viel mehr, als ein paar Bauern mit ihren Höfen gab es hier bis zur Industrialisierung nicht.

 

Fast alle großen Bauernhöfe, die es noch bis zum Zweiten Weltkrieg gab, wurden spätestens in der Zeit zerstört. Lediglich ein Hof, der um 1912 an einen Zimmermeister Kracke verkauft worden war, hat den Krieg überstanden, die heutige Tischlerei Kracke.

 

Aber genug von den Kriegen. Wie schön ist es, dass wir heute das Glück haben, hier in tiefem Frieden zu wohnen. Und dass wir Menschen eine neue Heimat, oder doch wenigstens einen Zufluchtsort vor den aktuellen Kriegen auf der Welt geben können.

 

Noch ein weitere Dosis Geschichte gefällig? Hastedt hatte von 1905 bis 1937 einen Botanischen Garten, der vom Bremer Kaufmann und Mäzen Franz Schütte finanziert worden war. Das Gelände lag an der Ecke Osterdeich / Georg-Bitter-Straße. Beim Bau eines Autohauses verschwanden die letzten Spuren.

 

Und damit möchte ich die älteren und die jüngere Hastedterinnen und Hastedter, die Neuankömmlinge und die Alteingesessenen einladen, sich gegenseitig ihrer Geschichte zu erzählen. Die Geschichte und Geschichten dieses Ortsteils und gerne auch die Geschichten aus Dörfern und Städten in ganz anderen Ländern dieser Erde.

 

Nutzen wir die gute Idee der Organisatorinnen und Organisatoren des Hastedter Sommerfests und folgen der Einladung, uns weiter besser kennenlernen und miteinander zu feiern.

 

Ihre

Karoline Linnert

Bürgermeisterin und Hastedterin

 

 

 

Eine herzliche Begrüßung für alle Hastedterinnen und Hastedter und  alle, die aus „umzu“ kommen, um an diesem Tag auf dem Schosterboom dabei zu sein, mitzumachen - bei diesem Treffen,  das viel mehr ist als ein ganz, ganz großes Straßenfest.

 

 

Mein Dank geht zunächst an alle, die sich für dieses Sommerfest mit viel persönlichem Engagement eingesetzt  haben. Ich ahne allenfalls, was so alles im Vorfeld dazu gehört, um ein solches Ereignis zu planen, vorzubereiten und schließlich an diesem Tag möglich zu machen. Da gehört, gar keine Frage, reichlich Herzblut dazu.

 

 

 

Ich freue mich sehr, dass das Sommerfest nun schon in die „dritte Runde“ geht, wie es von Ihnen im Internet formuliert wird, dass es also schon zum dritten Mal dazu eingeladen wird. Und auch die Losung finde ich richtig gut: „Umsonst und draußen“ (irgendwie erinnert mich das, es mag derzeit meine persönliche Sicht sein, an den Wahlkampf von Politikern…).

 

 

So ganz komme ich um Persönliches in diesem Fall ohnehin nicht herum. Manche wissen es nicht, manche wissen es, ich weiß es aus täglicher Erfahrung genau: ich wohne hier – beinahe schräg gegenüber am Alten Postweg. Das ist die räumliche Sache, aber ich gestehe freimütig und sehr gerne: ich bin Hastedter mit Seele und Herz, „in der Wolle gewirkt“, wie man so sagt. Hier in Hastedt lebe ich, hier in Hastedt kaufe ich ein, hier in Hastedt ist meine Stammkneipe.  Und deshalb bin ich natürlich dabei, wenn hier in Hastedt das Sommerfest beginnt.

 

 

Im Zentrum des Sommerfestes steht, wie es schon in der Ankündigung heißt, die „Begegnung der Kulturen“. Auch dazu gibt es in Hastedt viel privates Engagement, das sich in diesem Sommerfest widerspiegelt.

 

 

Für viele – und auch für mich – ist es doch immer wieder aufs Neue ebenso überzeugend wie anziehend, dass sich eigentlich alle Religionen den Frieden, die Mitmenschlichkeit, die gegenseitige Betreuung und Hilfe auf die Fahnen geschrieben haben. Bei diesem Fest in Hastedt wird es richtig gelebt. Bei friedfertigem Umgang, bei einem gegenseitigem Austausch darf es -  warum denn nicht? -  auch um kulinarische Genüsse gehen. Ich denke dabei an den „Tisch der Begegnungen“. Leckere Speisen, die von Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zubereitet und mitgebracht werden, kommen hier getreue Ihrem Motto „umsonst und draußen“ auf die Gaumen. Ich bin unter anderem darauf sehr gespannt!

 

 

Man geht, und das gehört zum Kern des Sommerfestes in Hastedt, aufeinander zu. Es gibt Anregungen, man lernt sich kennen, man versteht sich.  Es geht immer um den Dialog – zum Beispiel der Religionen, aber unter anderem auch der Generationen. Unter der Überschrift „Erzähl doch mal von früher!“ finden  Alt und Jung zueinander, gegenseitig können die Teilnehmer profitierten.  

 

 

Begegnungen, Kultur, Mitmachen, Spaß -  dies alles und noch mehr verspricht dieses dritte Sommerfest in Hastedt.

 

 

Ich wünsche viel Erfolg, gutes Wetter sowieso – und ohnehin als Hastedter alles Gute!

 

 

Ihr

Christian Weber

 

Präsident der Bremischen Bürgerschaft